



































Menschen über dreißig getraut?
Haben wir nicht. Nein. Nie.
Im Langen Marsch in Hannover den "Scherben" gelauscht, die Fäuste gehoben, zu Jane's Daytime geträumt.
Draufgehauen. Mitgehauen. Abgehauen.
Macht kaputt was euch kaputt macht.
Schlafsäcke gepackt; Locken gedreht - ab nach Katmandu, nach Afganisthan oder nach Torremolinos.
Wir haben sie lachend zurückgelassen, die Alten mit ihren turtelnden Weibchen.
Haben uns noch nicht mal umgeguckt.
Komm, schlaf bei mir.
Damals trugen sie Nylonhemden und ihre Frauen rosa Schleifchen in dauergewelltem Haar, tanzten zu James Last und tranken Erdbeerbowle.
Bauhaussong
Wir fühlten uns frei, liefen barfuß über scherbenlosen Asphalt, verlachten silberhell die vielen Jahre, die auf uns warteten und ließen bunte Träume kreisen.
Und die Zeit verging.
Sie pflegen Blumen hinter Jägerzäunen und streichen ihre Häuser gelb.
Tragen Kariertes und Jeans, Turnschuhe und Clogs.
Abends Armani und das kleine Schwarze.
Statt Tüten gibt's Daniels oder Dimple. Gin ist gesellschaftsfähig.
Ein Pfeifchen ab und an: Englischer Grobschnitt mit Wildcherry-Aroma.
Man hatte schließlich studiert und es zu etwas gebracht.
Ihre Kinder lehren sie streben, verbieten Denken und Protest.
Den letzten Kampf gewinnen wir.
Ja. Und die Zeit vergeht.
Einladung auf cremefarbenm Pergament: Klassentreffen.
Abschlussklasse 1968.
Im feinsten Hotel. Geschmückter Saal.
Land in Sicht.
Welch Freude. Endlich. Die Seelenverwandten.
Da sitzen sie, die Alten, haben das Erbe ihrer Väter angetreten.
Mit netten Weibchen, teils dauergewellt, teils blond gesträhnt - mit modischen rosa Brillen.
Einheitslook.
Nein, wie fünfundfünfzig fühlen sie sich nicht.
Der Traum ist aus.
Und ich?
War wohl im falschen Film.
Fahr nach Hause.
Werde nie Geranien pflanzen.
Wenn die Nacht am Tiefsten ist der Tag am Nächsten.
Die Songs zum Text gibt's bei Youtube.de - Suchwort "Ton Steine Scherben"
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