Frühling! Überall grünt und blüht es. Die Luft riecht nach Apfel- und Kirschblüten.
Zeit für ausgiebige Spaziergänge in warmem Sonnenschein.
Spaziergänge?
Nee, weit gefehlt. Sonnenschutzcreme auf die Nase und ab in den Garten. Ich möchte zehn Paar Hände haben und an jeden Tag ein paar Stunden dranhängen.
Wer, wie ich, einen großen Obst- und Gemüsegarten hat, wird mich verstehen.
Die Beete müssen gelüftet werden, Stauden gedüngt und der Kompost zwischen Obstgehölze verteilt werden.
Für erste Aussaaten wird es höchste Zeit: Porree, Salat, Erbsen, Radieschen, Möhren und Kohlrabi. Die Zwiebeln wachsen bereits und ersten zarten Knoblauch-Lauch habe ich schon geerntet. Morgen werden die vorgekeimten Kartoffeln unter Folie gebracht und vorgezogene Tomaten- und Chillipflänchen ins Gewächshaus gepflanzt.
Erst dann kann ich mir ein paar ruhige Stunden im Garten gönnen.
Nein, wohl doch nicht, der Rasen wächst bereits handhoch. Und da ich ökologisch bewusst, keinen Benzinmäher habe, werde ich mich wohl aufraffen, endlose Bahnen mit dem im Winter eingerosteten Mäher zu ziehen. Kraftsport der besonderen Art!
Trotzdem, ich freue mich an einem Meer von Tulpen, Vergissmeinnicht und Perlhyazinthen. Der Süßkirschenbaum beginnt zu blühen und überall wuseln schwarz-gelb gestreifte Riesenhummeln herum. Bienen sehe ich kaum. Außerdem habe ich einen aufmerksamen Gast: Ein Amselmännchen hüpft mutig neben mir herum, beobachtet genau, wo ich harke und ist sofort zur Stelle, wenn ich ihm einen Regenwurm vor den Schnabel werfe. Wie schön. Seine Brut wird es ihm danken.
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